Breymaier: „Es geht wieder in die richtige Richtung“

Veröffentlicht am 26.02.2018 in Wahlkreis
 

Zum Gespräch über die Personalsituation an deutschen Krankhäusern trafen sich kürzlich die SPD-Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier, der Personalratsvorsitzende des Ostalb-Klinikums, Dieter Zandel, Betriebsdirektor Martin Frank, Pflegedirektor Günter Schneider und weitere Personalratsmitglieder und Beschäftigte des Klinikums. In einem Brandbrief hatte sich der Personalrat vorab an die SPD-Abgeordnete gewandt, um auf zahlreiche Probleme im Gesundheitswesen aufmerksam zu machen.

„Höchst alarmierend ist die Personalsituation in den Krankenhäusern, und das gilt auch für uns auf der Ostalb“, beschrieb Dieter Zandel die Situation. Die Einrichtungen würden gerade in Baden-Württemberg vor zu großen Herausforderungen stehen. Die Finanzierung durch das Land zwinge zu Einsparungen, die die gute Versorgungsstruktur auf der Ostalb klar bedrohten. Auch die Finanzierung über das DRG-System führe zu erheblichen Kosten aufseiten der Kliniken und aufseiten der Kostenträger. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berichteten aus allen Bereichen der Klinik, dass das Personal am Anschlag arbeite und alles dafür tue, irgendwie die Versorgungssicherheit aufrecht zu erhalten. Betriebsdirektor Frank und Pflegedirektor Schneider betonten die Dringlichkeit, im Krankenhausbereich zu handeln. Ihre Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte zeige, dass sich Probleme wiederholen würden. Man versuche alles, um die Ausbildungskapazitäten zu erhöhen. Das Ansehen der Pflegeberufe sei aber leider gesellschaftlich sehr niedrig.

Dies unterstrich auch der Vorsitzende der Jugend- und Ausbildungsvertretung Simon Jannot. Man mache sehr viel in Schulen, um kreativ für den Beruf zu werben. Die unattraktiven Arbeitszeiten und die hohen Arbeitsbelastungen führten aber dazu, dass viele den Beruf nicht ergreifen oder direkt nach der Ausbildung aufgeben würden.

„Meiner Ansicht nach müssen wir wieder zu einer Haltung kommen, die die Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge nicht allein dem Markt überlässt. Ich war immer der Meinung, dass ins Gesundheitswesen mehr finanziert werden muss, bei aller Notwendigkeit, die Effizienz zu steigern", hob Breymaier hervor. Überzeugt zeigte sie sich, dass die mit der Union getroffenen Vereinbarungen endlich wieder in die richtige Richtung wiesen. Beispielsweise sei im Koalitionsvertrag vorgesehen, allein im Bereich der Pflege zusätzliche 8000 Stellen zu schaffen. Mit der Verpflichtung zu allgemeinverbindlichen Tarifverträgen habe sich die SPD gegen die Union durchgesetzt, was zu einer weiteren Stärkung der sozialen Berufe führen könne, so Breymaier. Im Ausbildungsbereich der Gesundheitsberufe würden zukünftig Kosten für Anwärter und Anwärterinnen wegfallen und der Vertrag sehe zahlreiche weitere Verbesserungen finanzieller Art vor. Dies sei einer der Gründe, warum sie in diesen Tagen an der Parteibasis für die Regierungsbildung werbe. Personalratsvorsitzender Dieter Zandel dankte der Abgeordneten für das gute Gespräch. Für die Zukunft vereinbarten sie einen regelmäßigen Austausch über weitere Detailfragen.   

 
 

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