Einen Monat als Praktikant in Lenis Büro im Bundestag

Veröffentlicht am 03.05.2019 in Bundespolitik
 

Jeden Tag aufs Neue ist es ein besonderes Gefühl, seinen Hausausweis an der Pforte des Jakob-Kaiser-Hauses abzuscannen und dann mir nichts, dir nichts in den Bundestag zu spazieren. Man kennt diesen Ort eigentlich nur aus dem Fernsehen und dem Schulunterricht. Er kommt einem irgendwie unerreichbar vor. Vielleicht hat der Eine oder Andere ihn sogar schon besucht und durfte nach längerem Anstehen in den Genuss kommen, auf die Kuppel zu laufen und den Plenarsaal einmal von oben zu betrachten. Wenn man sich in diesem Komplex von mehreren Gebäuden aber frei bewegen darf und ohne Weiteres hineinkommt, fühlt man sich selbst als Praktikant irgendwie wichtig. Schon allein deswegen lohnt es sich, ein Praktikum im Büro einer Abgeordneten zu machen. Jedoch fragt man sich schon, was man denn als Praktikant im Bundestag so macht oder ob man einfach nur „Aktenträger“ ist, wie meine Oma gemutmaßt hat, und Däumchen dreht.

Nun aber erst einmal zu meiner Person. Mein Name ist Leon Held, ich bin 20 Jahre und mache zwischen Freiwilligendienst und Studium ein Praktikum in Lenis Büro in Berlin. Da ich noch nicht so genau weiß, was ich studieren möchte und großes Interesse an Politik habe, hilft mir dieses Praktikum hoffentlich bei der Orientierung.   

Allgemein lässt sich mein Praktikum in zwei Teile unterteilen. In einer Sitzungswoche ist der Bundestag sehr belebt und es kann gut sein, dass man auf den geschäftigen Gängen einem oder einer prominenten Abgeordneten über den Weg läuft, der oder die, wenn man nett fragt, auch gerne bereit ist, ein Selfie zu machen. In dieser Zeit durfte ich Leni zu vielen Sitzungen begleiten oder dort für sie mitschreiben, wenn sie wegen ihrem vollen Terminkalender verhindert ist. Dadurch durfte ich bei Ausschüssen, Arbeitsgruppen oder auch Anhörungen zuschauen, auch wenn diese nicht öffentlich waren. Natürlich stand auch normale Büroarbeit auf dem Plan. Jeden Morgen musste die Post abgeholt und durchgeschaut werden. Dabei war es sehr interessant zu sehen, was es alles für Vereine und Organisationen gibt, die einen Abgeordneten zu allem möglichen informieren und einladen. Zudem gibt es ein Praktikantenprogramm der SPD. Dieses wird von der Fraktion organisiert. Als Praktikant hat man dadurch die Chance, unter anderem die Bundespressekonferenz zu besuchen oder eine Führung durch das Kanzleramt zu bekommen. Außerdem finden in diesem Programm auch Gespräche mit Bundestagsabgeordneten statt, die über ein Thema referieren und danach zu einer Fragerunde einladen.  

Wenn gerade keine Sitzungswoche ist, beschränkt sich meine Arbeit auf das Büro. Natürlich gibt es dann nicht ganz so viel zu tun. Auch der Bundestag ist nicht mehr so geschäftig, da die meisten Abgeordneten in ihren Wahlkreis zurückgehen. In dieser Zeit kann schnell Langeweile aufkommen. Ich hatte jedoch das Glück mit netten Mitarbeitern zu arbeiten, die auch einmal ganze Vorträge über Elektromobilität oder die Merowinger halten können. Im Allgemeinen wurden aber häufig politische Themen angesprochen, wodurch ich immer wusste, was als nächstes im Bundestag debattiert wird.  

Durch all diese Aktivitäten lernt man vor allem als junger Mensch den Bundestag ganz anders kennen. Vor diesem Praktikum war mein Wissen über den Bundestag sehr oberflächlich, obwohl ich bei diesem Thema in der Schule immer gut aufgepasst hatte. Ich habe einen Blick hinter die Kulissen bekommen und vor allem bemerkt, wie viele Leute in diesem Komplex arbeiten, um Politik überhaupt zu ermöglichen. Zudem bekommt man einen guten Einblick in den Arbeitsalltag eines Abgeordneten. Viele Menschen werfen ihnen vor, nichts zu arbeiten und Steuergelder zu verschlingen. Was ich aber bei Leni gemerkt habe ist, dass es viel Arbeit sein kann, eine Gruppe der Bevölkerung zu vertreten und für diese Entscheidungen zu treffen. 

Um abschließend die Frage meiner Oma zu beantworten: Zum Teil sehe ich mich schon als Aktenträger. Allerdings geht es bei diesem Praktikum nicht darum. Vielmehr steht das Verstehen des politischen Systems im Mittelpunkt. Ich wollte erfahren, wie eine Abgeordnete arbeitet und wie der Bundestag funktioniert. Und das ist mir ziemlich sicher gelungen. 
Leon Held, 30. April 2019

 
 

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