Gewalt an Frauen: Breymaier fordert Mut im Umgang mit sexueller Belästigung

Veröffentlicht am 24.11.2017 in Allgemein
 

SPD-Landeschefin Leni Breymaier hat vor dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ‪am morgigen Samstag, 25. November zu Mut im Umgang mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz aufgerufen. „Bei sexueller Belästigung geht es immer um Macht und Machtmissbrauch. Diese Macht können Kollegen und Vorgesetzte bewusst oder unbewusst ausnutzen. Die aktuelle #MeToo-Debatte zeigt, wie wichtig es ist, solche Übergriffe klar und deutlich zu benennen“, so Breymaier. „Es hat sich ausgeschämt.“

Die SPD-Chefin wies darauf hin, dass mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz schon einmal erlebt oder beobachtet habe. Viel zu oft würden diese Vorfälle verschwiegen, da die Betroffenen Angst vor Verlust ihres Arbeitsplatzes, Einkommens oder Rufs haben. „Je größer die Abhängigkeit, desto weniger trauen sich Beschäftigte, klare Grenzen zu setzen. Gerade Frauen schweigen über sexuelle Belästigungen, häufig aus Angst vor Schikane.

“ Hinzu komme, dass viele Betroffene ihre gesetzlichen Rechte nicht kennen und keine direkte Ansprechperson in ihrem Betrieb haben. „Das muss sich ändern. Hier haben hat das Führungspersonal und die Betriebsräte eine besondere Verantwortung und müssen Präventions- und Aufklärungsarbeit leisten“, so Breymaier. Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zu unterbinden. Die arbeitsrechtlichen Möglichkeiten reichen hier von einer Abmahnung bis hin bis zur außerordentlichen Kündigung.

Alarmierend sind die Meldungen von sexueller Belästigung in jungen Startup-Unternehmen, wie eine Studie des Marktforschungsinstitut Innofact im Juni diesen Jahres ergab. In Startups sind die Angestellten jünger, die Hierarchien flacher und der Umgangston betont freundschaftlich. Weiterer Druck entsteht durch oftmals befristete Arbeitsverträge. Die meisten Übergriffe werden nicht gemeldet, da sie häufig direkt von den Vorgesetzten ausgehen.

Auf Initiative der SPD hat die Bundesregierung im letzten Jahr eine Reform des Sexualstrafrechts beschlossen, die unter anderem den Grundsatz „Nein heißt Nein“ im deutschen Recht verankert. Seit der Reform ist sexuelle Belästigung generell ein Straftatbestand.

„Die Sexualstrafrechtsreform war ein wichtiger Schritt. Ihr müssen nun weitere Schritte folgen – sowohl für die Prävention als auch für die Versorgung von Betroffenen“, so Leni Breymaier. „Der Opferschutz muss an erster Stelle stehen.“

 
 

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