Leni Breymaier zum Equal-Pay-Day am 10. März 2021: Kritik an Caritas und Diakonie

Veröffentlicht am 09.03.2021 in Wahlkreis
 

Leni Breymaier MdB, Fotograf: Fionn GroßeLeni Breymaier MdB, Foto: Fionn Große

„Um bessere Löhne und Arbeitsbedingungen in der Altenpflege zu erreichen, können die Beschäftigten offensichtlich nicht auf die Caritas und Diakonie zählen“, kritisiert die SPD-Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier die Entscheidung der Caritas, einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag in der Altenpflege abzulehnen.

„Die Caritas hat hier eine große Chance für die Altenpflege verspielt. Aus ethischen Gründen haben sich übrigens alle katholischen Sozialethiker gegen diese Entscheidung ausgesprochen. Über 80 Prozent der Beschäftigten im Pflegebereich sind Frauen. 53 Prozent der Beschäftigten in der Pflege kommen nur schwer über die Runden. Zum Equal-Pay-Day 2021 appelliere ich auch als Mitglied der evangelischen Kirche an sie, ihre Entscheidung zu überdenken“, bekräftigt Breymaier.

Sie weist darauf hin, dass die SPD-Bundestagsfraktion im Koalitionsvertrag durchgesetzt hatte, die Arbeitsbedingungen in der Altenpflege zu verbessern und einen Flächentarifvertrag allgemeinverbindlich erklären zu wollen. So würde die gesamte Pflegebranche aufgewertet, die höchste Anforderungen stellt und in der vor allem Frauen beschäftigt sind. Sie kritisiert, dass die Arbeitsrechtliche Kommission der Caritas Ende Februar einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag für die Altenpflege abgelehnt hat. Die Diakonie hatte danach erst gar keinen Beschluss gefasst und sich praktisch gedrückt. Es gibt faktisch keine kommunalen Pflegeheime mehr, die den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes anwenden, so Breymaier. Im Ergebnis betreiben die Kirchen viele Pflegeheime mit eigenen Arbeitsbedingungen, dem so genannten dritten Weg. Wohlfahrtsverbände, wie die AWO, haben oft eigene Regelungen, die wiederum bei vielen privaten Pflegeheimen praktisch völlig fehlen. Nicht nur in der Corona-Pandemie wird die Hauptlast der Sorgearbeit von Frauen geleistet, erklärt die Politikerin: „Sei es im Haushalt, beim Homeschooling oder bei anderen familiären Aufgaben. Ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag für die Altenpflege wäre in dieser Situation ein großer Schritt.“ Außerdem, so Breymaier abschließend, brauchen wir ein Verbandsklagerecht, damit Frauen bei Lohnungleichheit nicht allein gegen ihre Arbeitgeber vor Gericht ziehen müssen. Denn Recht zu haben und Recht zu bekommen, sind zwei Paar Schuhe.

Mehr zum Equal Pay Day gibt es auf der Webseite der SPD-Bundestagsfraktion.

 
 

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