Tag gegen Gewalt an Frauen - Raus aus der Tabuzone!

Veröffentlicht am 25.11.2021 in Bundespolitik
 

Leni Breymaier MdB zu dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. November 2021. Berlin

Leni Breymaier zum erneuten Anstieg von Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen in 2020: „Partnerschaftsgewalt geschieht zum größten Teil in den eigenen vier Wänden. Auch hier bei uns.“

Die Zahl der Gewaltopfer in Partnerschaften stieg in Deutschland um 4,4 Prozent von 141.792 Opfern im Jahr 2019 auf 148.031 Opfer im Jahr 2020. Ganz überwiegend trifft diese Gewalt Frauen: 80,5 Prozent der Opfer sind weiblich. Von den Tatverdächtigen sind 79,1 Prozent Männer. 37,9 Prozent der Taten werden durch Ex-Partner oder Ex-Partnerinnen begangen, der übrige Teil innerhalb bestehender Ehe- und Lebenspartnerschaften. Am häufigsten betroffen waren Opfer zwischen 30 und 40 Jahren. 139 Frauen und 30 Männer wurden im Jahr 2020 durch ihre aktuellen oder ehemaligen Partner oder Partnerinnen getötet.

Gewalt geht uns alle an. Stündlich werden in Deutschland durchschnittlich 13 Frauen Opfer von Gewalt in Partnerschaften. Alle zweieinhalb Tage stirbt eine Frau durch die Gewalttat ihres Partners oder Ex-Partners. Diese Zahlen zeigen aber nur das Hellfeld. Das Dunkelfeld ist viel höher.

Breymaier: „Wir müssen wachsam sein. Achten Sie auf Ihr Umfeld. Diese Gewalt ist geschlechtsspezifisch. Sie trifft vor allem Frauen und Mädchen. Ich will Betroffenen Mut machen, sich zu äußern. Treten Sie raus aus der Tabuzone. Sie sind nicht allein. Nehmen Sie Beratungsangebote wahr. Bringen Sie Gewalt zur Anzeige.“

Wenn Männer ihre Frauen und Kinder töten, sind das keine Familientragödien, keine Ehrenmorde. Tötungen sind Gewaltdelikte und müssen auch so benannt werden. Tötungen aus Frauenhass sind Femizide und müssen separat erfasst werden. Konsequente Strafverfolgung ist wichtig. Kein Täter darf sich vor Bestrafung sicher fühlen.

Beratungsangebote: Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ bietet Frauen unter der Nummer 08000 116 016 rund um die Uhr kostenlose und anonyme Beratung in 18 Sprachen an. Weitere Informationen unter www.hilfetelefon.de

Die kriminalistische Auswertung Partnerschaftsgewalt 2020 des Bundeskriminalamtes finden Sie hier.

 

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